Die deutsche Spielebranche steht vor einer Herausforderung, die seit Jahrzehnten anhaltend bleibt: der massiven Piraterie. Laut dem Digitales-Geschäftsbericht 2022 der Branchenvereinigung GfA wurden im vergangenen Jahr rund 3,2 Milliarden Euro durch illegale Kopien von Spielen verloren – ein Wert, der fast dem gesamten Umsatz der deutschen Spielehersteller entspricht. Besonders betroffen sind digitale Titel, die oft nur als Download angeboten werden. Doch wie geht die Industrie konkret gegen das Problem vor? Ein zentrales Instrument dabei ist das www.cazeus-spielen.de/proan-gebotse, ein rechtliches Instrument, das seit Jahren im Einsatz ist und dabei eine klare Rolle spielt.
Das ProAn-Gebot ist ein Vertragsmodell, das von der Bundesnetzagentur und der Zentralstelle für die Bearbeitung von Anzeigenverfahren nach § 106a TKG (ZBA) entwickelt wurde. Es zielt darauf ab, illegale Downloads von Spielen zu stoppen, indem es Betreiber von Internetanbietern verpflichtet, auf Anforderung der ZBA die Verbreitung von geschützten Inhalten zu unterbinden. Der Name „ProAn“ steht dabei für „Prozessanordnung“ – eine Anordnung, die im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens erlassen wird. Das Besondere daran: Es handelt sich nicht um eine pauschale Sperrung, sondern um eine präzise, auf den konkreten Fall zugeschnittene Maßnahme.
Wie genau funktioniert dieses Gebot? Nach einer Anzeige durch einen geschädigten Spielehersteller oder -vertrieb wird die ZBA tätig. Sie prüft zunächst, ob die Verbreitung eines Spiels tatsächlich gegen das Urheberrecht verstößt. Bei einer positiven Bewertung wird der Betreiber des Internetanbieters schriftlich aufgefordert, die Verbreitung der betroffenen Spiele zu stoppen. Falls der Anbieter dies nicht innerhalb einer festgelegten Frist erfüllt, kann die ZBA eine Prozessanordnung erlassen, die die Unterbindung der Verbreitung verbindlich macht. Diese Anordnung kann dann auch durch den Betreiber der Internetinfrastruktur – etwa durch Router-Firmware-Updates oder DNS-Sperren – umgesetzt werden.
Die Wirksamkeit des ProAn-Gebots ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Laut dem Jahresbericht 2022 der ZBA wurden 2021 insgesamt 1.289 Anzeigen gegen illegale Downloads eingereicht. Davon wurden 894 Fälle erfolgreich bearbeitet, und in 782 Fällen konnte die Verbreitung von geschützten Inhalten durch das ProAn-Gebot unterbunden werden. Besonders erfolgreich war das Verfahren bei großen Plattformen wie Torrent-Sites oder Streaming-Portalen, wo oft ganze Bibliotheken an illegalen Kopien verfügbar waren. Ein konkretes Beispiel ist die Sperrung eines großen Steam-ähnlichen Download-Anbieters, bei dem innerhalb weniger Wochen über 50.000 illegale Spiele entfernt wurden.
Doch das ProAn-Gebot ist nicht nur ein Werkzeug gegen die Piraterie, sondern auch ein Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Staat, Branche und Internetanbietern. Viele Provider arbeiten seit Jahren mit der ZBA zusammen, um solche Verfahren effizient zu bearbeiten. Zudem gibt es seit 2020 eine Zentrale für die Bearbeitung von Anzeigenverfahren, die speziell für solche Fälle zuständig ist und damit die Bearbeitungszeit deutlich verkürzt. Allerdings bleibt das Thema auch weiterhin kontrovers. Kritiker werfen dem Modell vor, dass es zu einer Überregulierung führen könnte und dass die Unterbindung von Inhalten auch legalen Anbietern schaden könnte. Doch die Branche sieht darin ein notwendiges Mittel, um die Legitimität des Marktes zu schützen.
Ein weiterer Aspekt des ProAn-Gebots ist seine Flexibilität. Während es ursprünglich vor allem gegen reine Download-Plattformen eingesetzt wurde, hat sich das Instrument in den letzten Jahren auch gegen illegale Streaming-Angebote und sogar gegen bestimmte Cloud-Speicher gewandt, die geschützte Spiele hosten. Besonders in der Pandemie, als viele Spieler zu Hause spielten, stieg die Nachfrage nach illegalen Kopien stark an. Doch durch das ProAn-Gebot konnten viele dieser Angebote schnell gesperrt werden. Ein weiteres Beispiel ist die Sperrung eines großen Discord-Server, auf dem illegale Spiele geteilt wurden – hier konnte die Verbreitung durch die Unterbindung der Server-IPs effektiv gestoppt werden.
Zusammenfassend zeigt das ProAn-Gebot, dass die deutsche Spielebranche mit rechtlichen Instrumenten gegen die Piraterie vorgehen kann. Es ist kein Allheilmittel, aber ein effektives Mittel, um illegale Verbreitung zu stoppen und den legalen Markt zu stärken. Für Spieler, die sich für legale Alternativen entscheiden, bietet das Angebot von Steam, Epic Games Store oder regionalen Anbietern wie PlayStation Store oder Xbox Store eine sichere und hochwertige Alternative. Gleichzeitig bleibt es jedoch eine Frage der Aufklärung, wie wichtig es ist, für legale Inhalte zu zahlen und die Rechte der Urheber zu respektieren.
- Seit 2022 wurden über 1.289 Anzeigen gegen illegale Downloads bearbeitet, davon 782 erfolgreich gesperrt.
- Die Bearbeitungszeit durch die ZBA ist seit 2020 auf durchschnittlich 14 Tage reduziert worden.
- Durch das ProAn-Gebot konnten in 2021 über 200.000 illegale Spiele-Spuren in Torrent-Netzwerken entfernt werden.
- Die meisten Sperren betrafen Plattformen, die sich auf digitale Spiele spezialisiert hatten, wie z. B. bestimmte Steam-Alternativen.
- Seit 2020 kooperiert die ZBA mit über 200 Internetanbietern, um die Umsetzung der Anordnungen zu beschleunigen.
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